Ernährung

Zur Verfügung stehen müssen dem Hamster jederzeit Wasser und Trockenfutter. Mit beidem muss der Hamster jeden Abend frisch versorgt werden. Auch Frischfutter sollte es möglichst täglich geben.

 

In den Zooläden gibt es leider kein gutes, artgerechtes Hamsterfutter, deshalb bestellen viele Hamsterhalter das Futter im Internet. Das ist etwas kompliziert, mag sich mancher denken, aber den Unterschied zum Futter aus dem Zooladen merkt man deutlich: es riecht viel angenehmer und "natürlicher", man erkennt die einzelnen Besandteile (und hat nicht nur bunte gepresste Sachen, von denen man gar nicht weiß, woraus sie bestehen), es entspricht den Bedürfnissen des Hamsters und ist häufig trotzdem nicht einmal teurer. Viele Futtersorten aus dem Zooladen enthalten pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse, was meist nichts weiter als Industrie- oder Schlachtabfälle ist. Als bunte Pellets gepresst erkennt man das natürlich nicht mehr, aber man sollte seinen Hamster unbedingt vor solchem "Müll" bewahren! Oft enthält das Zooladen-Futter auch Zucker, Melasse oder Honig, was gerade bei den Zwerghamstern aufgrund der Diabetesproblematik keinesfalls enthalten sein darf, aber natürlich auch für Mittelhamster ungesund ist und u.a. zu Karies, verklebten Backentaschen und Übergewicht führen kann.

Geeignetes Futter kann man beispielsweise hier bestellen: Nager-Küche, Futterkrämerei, Mixerama, Futterparadies. Im Prinzip kann man Futter natürlich auch selbst mischen, aber da gehört schon etwas an Erfahrung dazu. Auf den genannten Seiten ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn man sich an die Fertigmischungen für die jeweiligen Hamsterarten hält. Wenn Sie unsicher sind, welches Futter Sie für den zukünftigen Hamster bestellen sollen, helfe ich Ihnen natürlich gern.

 

An Frischfutter kann man verschiedenste Sorten von Gemüse und Kräutern anbieten. Frischfutter sollte es täglich geben. Eine Liste über geeignete Frischfuttersorten ist hier zu finden: Frischfutterliste.

Wichtig ist, dass Zwerghamster kein Obst fressen dürfen, da sie diabetesanfällig sind. Selbst wenn die Krankheit nicht ausgebrochen ist, muss der Hamster auf Obst verzichten, da die Anlage zur Diabetes trotzdem in ihm stecken kann. Eine zuckerhaltige Ernährung (so auch Obst) kann zum Ausbruch der Krankheit führen. Weitere Informationen zur Diabetes sind hier zu finden.

Goldhamster dürfen 1-2 mal pro Woche zusätzlich zum Gemüse etwas Obst bekommen (aber auch bei ihnen ist zu viel Fruchtzucker ungesund).

 

Außerdem ziehe ich Hamsterfutter oder verschiedene hamstergeeignete Saaten selbst, sodass die Hamster ab und an ganz frisches junges Grün bekommen. Mehr dazu kann man hier nachlesen: Gehegebegrünung, Saatanzucht und Pflanzen als Dekorationsfutter und die Fortsetzung davon. Auch Nagergras (Katzengras) und Golliwoog, beides Pflanzen, die man in Zooläden erhält, sind ab und an als Leckerlie geeignet. Golliwoog enthält viel Kalzium und kann dadurch die Nieren schädigen, daher sollte er nur selten und nur in kleineren Portionen angeboten werden, nicht als ganze Pflanze.

 

Ansonsten benötigt der Hamster noch  tierisches Eiweiß. Dieses ist teilweise im Trockenfutter vorhanden - wenn nicht, sollten jeden Tag beispielsweise 1-2 Mehlwürmer oder wenige Gammarus (Bachflohkrebse - weniger fettreich als Mehlwürmer, daher gerade für dickere Hamster geeignet) gegeben werden. Auch Seidenraupenpuppen, Heuschrecken, und Shrimps kann man dem Hamster anbieten, sind oft aber unbeliebter als Mehlwürmer. Frisst ein Hamster weder lebendige Mehlwürmer noch getrocknete Insekten gern, kann man als Alternative auch kleine Stückchen von den Snacks für Hunde oder Katzen geben, welche aus 100 % getrocknetem Fleisch bestehen, also wirklich keinerlei Zusätze (Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse usw.) enthalten. Gut geeignet sind die Leckerlies aus Hühnchen, die relativ viel Eiweiß / Protein bei wenig Fett enthalten.

 

Zusätzlich kann man verschiedenstes "Erlebnisfutter" anbieten, das sich der Hamster selbst erarbeiten muss. Dazu zählen beispielsweise Dari, Flachs, Silberhirse, Kolbenhirse und verschiedenste Ähren (Weizen, Hafer usw.). Ich selbst biete solches "Erlebnisfutter" nur 1-2 mal im Monat an und auch nur wenige Stängel bzw. kleinere Mengen, damit der Hamster nicht zu viel davon "nascht" ,sondern eine ausgewogene Ernährung gewährleistet bleibt.

 

Als Leckerlies können verschiedene (natürlich ungesalzene!) Kerne/Nüsse gegeben werden, etwa Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Kürbiskerne, Melonenkerne, Gurkenkerne, Walnüsse, Erdnüsse etc. Das sind jedoch echte Dickmacher und sollten daher nur in Maßen angeboten werden.

 

Eine ausführlichere Einführung in die Hamsterernährung gibt es hier.

 

NICHT verfüttert werden dürfen Knabberstangen, Joghurtdrops und ähnliche Snacks aus dem Zooladen. Sie enthalten zu viel Zucker und Inhaltsstoffe (eher Abfallprodukte), die dem Hamster schaden und z.B. zu Übergewicht führen können. Gerade die Klebemittel (Honig oder Melasse) können auch zum Verkleben der Backentaschen führen, was für den Hamster sehr unangenehm ist und beim Tierarzt behandelt werden muss.